Premiumwandern in Bad Peterstal-Griesbach: Der Himmelssteig, eine Tour für "Höhenverliebte"

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Technik 
Erlebnis 
Landschaft 

Anspruchsvoll ist der Steig, doch die vielen himmlisch weichen Wald- und Wiesenwege und Himmelsliegen lassen das Auf und Ab schnell vergessen. Der Himmelssteig, Teil der Schwarzwälder Wandersinfonie, wurde vom „Wandermagazin“ in der Kategorie Tagestouren nominiert und nun zu „Deutschlands schönstem Wanderweg 2017“ gewählt. 

Beste Jahreszeit

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Startpunkt der Tour:

Freibad Bad Peterstal (Waldrand oberhalb vom Parkplatz)

Zielpunkt der Tour:

Parkplatz oberhalb Freibad Bad Peterstal

Beschreibung

So manches Wegstück des Himmelssteigs schlängelt sich als uriger Pfad bergauf bergab durch die Wälder. Dabei passiert man ein verwunschenes Bergbachtal, den Holchenwasserfall, den beindruckend steilen „Himmelsfels“.

Gleich zu Beginn nimmt einen der Wald unter seine Fittiche und spendet Frische für den 3 km Kilometer langen, steilen Anstieg des Himmelsteigs. Von 433 m auf 657 m geht’s hinauf zum  ersten schönen Ausblick ins obere Renchtal, den man von einer beeindruckend langen Weißtannenbank genießen kann.

Eine Weile ist man dann meist auf Wiesenpfaden unterwegs,  freut sich über weiten Himmel und die Bergidylle, taucht dann wieder ab in den Wald. Halbzeit ist am romantischen Holchenwasserfall mit Getränkebrunnen, der zur Pause lockt. Oder man wagt noch ein paar hundert Meter weit den zweiten steilen Anstieg zum Himmelsfels mit Himmelsliege, Rastbänken und Talblick. Ab hier ändert der Weg nun immer öfters seinen Charakter, abwechslungsreich sind die Waldpfade durch die Buchen-Tannenwälder, lauschig die Wiesenwege. Oft rauscht irgendwo ein Bächlein. So idyllisch lassen sich die letzten 5 km auf dem Himmelssteig wie im Fluge erwandern.

 

 

Wegbeschreibung

Bergauf zur Himmelsbank

Auf ersten drei Kilometern des Himmelssteigs tauchen wir ein in die Wälder des Renchtals. An warmen Tagen wird so mancher dafür dankbar sein, denn mehr als 200 Meter Anstieg sind zu meistern, von 433 auf 657 Meter. Doch die vielfältige Natur lässt uns mit Genuss bergauf wandern: Es geht durch Buchen-Esskastanienwald, Fichten-Tannenwald, mal licht, mal märchenhaft dicht, ab und zu säumen den Wegesrand üppige Farne, Waldsträucher, Beeren. Die Wege sind mal moosig, grasig, mal wurzelig, felsig. Ein schöner Auftakt für den Himmelssteig, auf dessen 10,6 Kilometer wir noch viel Abwechslung erleben.

Wer schnell aus der Puste kommt, freut sich nach einem Kilometer über die erste Himmelsliege. Beim Weiterwandern erhaschen wir Blicke auf steile Schwarzwaldberge. Dann ist der Aufstieg geschafft: Nach wenigen Metern Forstweg zweigt ein Pfad rechts ab auf eine Wiese. Hier erwartet uns der weiteste Ausblick: Gen Westen auf die Berge und Täler des Renchtals. Topp: Die 22,5 m lange Himmelsbank.

 

Halbzeit am romantischen Holchenwasserfall

Gemütlich ist die zweite Etappe, Ziel ist der Holchenwasserfall auf 572 Metern. Wir verlassen die Himmelsbank, kurz führt der Himmelssteig entlang eines Tiergeheges bergauf. So umgehen wir auf dem Wiesenpfad die wenigen Häuser hier oben am Überskopf. Am Waldrand lockt schon das nächste lauschige Plätzchen mit Himmelsliege und Sitzgruppe. Vor uns erstrecken sich nochmal sanft geschwungene Waldberge. Still ist es hier.

Über einen Wurzelpfad statt Straße geht’s weiter. Bald lesen wir auf einem Wanderschild: Holchenwasserfall 2 km. Kurz drauf: Vorhang auf – Blick mitten in den Himmel. Über Wiesenwege, meist am Waldrand entlang, genießen wir etwa einen Kilometer weit Schwarzwald-Idylle, einsam ist es hier, nur zwei Höfe wirtschaften hier am Talende. Wir erreichen einen breiteren Forstweg, umrunden den Talabschluss. 

Plötzlich biegt ein ganz schmaler Pfad rechts ab: Über federnden Waldboden wandern wir talwärts, durch ein Buchenwäldchen, passieren den Paradies-Felsen – oder klettern kurz drauf. Rauschen kündigt den Holchenwasserfall an. Mitten im Wald fällt er auf zwei Stufen etwa acht Meter hinunter. Die halbe Wegstrecke liegt hinter uns, 5,3 Kilometer sind geschafft. Im Bach stehen gegen einen Obolus Getränke bereit. Wer nun allerdings eine Rast mit Ausblick wünscht, muss noch einen Kilometer bis zum Himmelsfelsen drauf setzen.

 

Himmelsfelsen und Felsenwald

Der Aufstieg zum Himmelsfelsen hat es allerdings in sich: 1,2 Kilometer und 100 Höhenmeter sind zu stemmen. Abgefedert wird das nur durch die wunderbar weichen Waldpfade, die im Zickzack durch den lichten Bergmischwald führen. Plötzlich rechterhand eine karge Felswand: Der Himmelsfelsen ragt über uns. Eine letzte Serpentine durch den Wald, dann laden auch hier Rastplatz und Himmelsliege zur Vesperpause ein. Unser Blick wandert über einen Bauernhof zur gegenüberliegenden Talseite des kleinen Holchentals, wo wir erst vor kurzem gewesen sind.  

Abenteuerlich schlängelt sich nun ein Pfad inmitten von Felsen weiter bergauf, mündet in einen Forstweg. Kurz später fühlen wir uns dann schon wieder wie Pfadfinder. Rechts ab geht’s einfach mitten durch den Wald. Peu à peu verlieren wir an Höhenmetern. Schließlich erreichen wir eine Himmelsliege oberhalb vom Palmspring, einst Höhengasthof, heute Gruppenhaus. Geschützt vom Blätterdach des Waldes lässt sich hier ruhen. Palmspring lassen wir dann linkerhand liegen, wandern über Wiesen wieder in den Wald hinein.

Beim Bänkchen schweift der Blick nochmal über Schwarzwaldberge. Dann wandern wir, meist von dichtem Farn umsäumt, auf einem Waldpfad bergab zu einem Forstweg. Dort achten wir auf den Himmelssteig-Wegweiser rechts am Weg. Über Holzstufen führt er uns auf einen wildromantischen Waldpfad durch ein lauschiges Bergbachtal. Hier rauschtˈs und plätschertˈs, sattgrün sind Farne und Büsche, moosig die Felsen. Durch lichten Wald geht es weiter, über einen Bergkamm, dann kreuz und quer auf moosigem Pfad bergab. Wir passieren eine Holzlagerstelle am Forstweg, überqueren eine kleine Straße. Dort ist der Einstieg in einen wurzeligen Waldpfad, der uns rund einen Kilometer bergauf, bergab Tannenwald genießen lässt.

 

Letzte Rast mit Talblick

Wohlverdient ist der gemütliche Ausklang des Himmelssteigs. Auf Wald- und Wiesenwegen wandern wir gemächlich rund 1,8 Kilometer das Freiersbachtal entlang. Ab und zu schauen wir auf die ersten Häuser des Ortes, immer mal haben wir Talblicke. Auf engstem Raum schieben sich hier die Schwarzwaldhänge ineinander. Kurz vor dem letzten Stück Wiesenpfad lädt uns noch eine Himmelsbank mit Rastplatz und Getränkebrunnen zu einem letzten Päuschen ein. Gegen Abend lässt sich hier noch schön die Sonne genießen.

 Die Häuser von Bad Peterstal kommen in Sicht, das Freibad, der Parkplatz. Wir queren eine Straße und laufen noch wenige Meter durch den Wald bergab zum Ausgangspunkt.

 

 (Autor: Heike Budig)

Tipp des Autors

Besonderes: Holchenwasserfall, Tiergehege, 22,5 Meter lange Weißtannenbank, Getränkebrunnen,  Himmelsfelsen - ein Fels mit schöner Aussicht ins Tal 

Anfahrt

 

Autobahn A5, Ausfahrt Appenweier, B28 über Oberkirch und Oppenau nach Bad Peterstal-Griesbach, bei der katholischen Kirche (Ortsmitte, gegenüber vom Rathaus) rechts abbiegen in die Schwimmbadstraße. 

Autobahn A81, Ausfahrt Horb, B28 über Freudenstadt nach Bad Peterstal-Griesbach, bei der katholischen Kirche (Ortsmitte, gegenüber vom Rathaus) links abbiegen in die Schwimmbadstraße. 

Parken

Kostenfreies Parken:

Bahnhof Bad Peterstal
Oberhalb vom Kulturhaus Bad Peterstal
Freibad Bad Peterstal (oberer Parkplatz)

Öffentliche Verkehrsmittel

Von Offenburg (ICE und IC-Halt) bzw. Appenweier erreichen Sie Bad Peterstal-Griesbach mit der Ortenau-S-Bahn.

Ortenau-S-Bahn (OSB): Haltestelle Bahnhof Bad PeterstalSüdwestbus: Haltestelle Bahnhof Bad Peterstal

Höhenprofil:
Schwierigkeit schwer
Länge10,64 km
Aufstieg 533 m
Abstieg 533 m
Dauer 4.5 h
Niedrigster Punkt426 m
Höchster Punkt712 m
Startpunkt der Tour:

Freibad Bad Peterstal (Waldrand oberhalb vom Parkplatz)

Zielpunkt der Tour:

Parkplatz oberhalb Freibad Bad Peterstal

Eigenschaften:

Premiumweg Deutsches Wandersiegel Rundtour

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